Gedanken zum Phänomen »Prophezeiung«

»Niemand kann die Zukunft vorhersagen, aber jeder kann sich auf sie vorbereiten.«

Immer wieder im Lauf der Geschichte haben Menschen von sich behauptet, die Zukunft sehen zu können – Nostradamus war so ein Mensch. 

In die Zukunft schauen? Ist das möglich? Fehlt da nicht etwas Entscheidendes? 

Ja! Solange kein Beweis existiert für die Existenz der Zukunftsschau, dafür, dass der helle Blick ins Morgen tatsächlich denkbar ist, solange stochern wir im Nebel auf schwankendem Moorgrund.

Bewegen uns im Spekulativen, berauschen uns an der Beliebigkeit, schwadronieren im Bereich des Glaubens oder des, vielleicht, Wunschdenkens.

Wissen jedenfalls ist etwas anderes.

Urplötzliche Erkenntnis

Ab Frühjahr 2022 wurden mir, ohne dass ich hierzu irgendeinen Grund angeben könnte, plötzlich mehrere Vierzeiler des Michel de Notre Dame (Nostradamus) gut und ausführlich erklärbar. Kurz darauf erkannte ich auch ein System in den Nummerierungen, was bisher noch niemandem möglich war.

Über ein einfaches anagrammatisches und ein komplexeres linguistisches Analysesystem konnte ich Hintergründe zu den Vierzeilern in einer konsistenten Weise erkennen, die eine Informationsdichte innerhalb der Verse ahnen lässt, die nur noch erstaunt.

Ich bin überzeugt, dass ich einen Schlüssel gefunden habe, der die Verse des Nostradamus »übersetzt« und sie interpretieren hilft. Ich bin sicher, dass diese Übersetzungen und Interpretationen zutreffend sind, doch auch mir fehlt der Beweis. Was ich habe, sind sehr gut validierte Ereignisse aus der Vergangenheit: Napoleon, Cromwell, Stalin, der 11. September … sie alle tauchen auf.

Um es klar zu sagen: Ich weiß nicht, ob die »Schau« des Nostradamus eine Zukunft vorhersagt, unsere Zukunft. Mir fehlt, um sicher zu sein, eine entscheidende Sache: eine Art Zeitmaschine. Ich müsste in der Zeit vorrücken können, um zu sehen, ob eintreffen wird, was der Seher prophezeite, und dann zurückkehren in unsere Gegenwart, um davon zu berichten. Beides ist derzeit unmöglich.

Etwas anderes kommt hinzu: die quantenphysikalischen Phänomene.

Ganz und gar unmöglich. Aber es bewegt sich was

Newtons epochale Mechanik begreift jegliches Geschehen innerhalb der bekannten Welt als eine Art Uhrwerk: Einmal in Gang gesetzt, können die Planeten nicht anders und kreisen auf ihren Bahnen. 

Falls diese Physik die Welt beschreibt, wie sie wirklich ist, dann leben wir in einer Umgebung, in der alles berechenbar ist und damit vorhersagbar wird – man muss nur die Anfangsbedingungen kennen. Alles wäre festgelegt, sobald es das Licht der Welt erblickte.

Im Jahr 1900 hat Max Planck den Showdown der klassischen Physik nach Newton eingeläutet. Seitdem sprechen wir von der »Quantenphysik« – umfassender beschrieben ist diese Wirklichkeit mit dem Begriff der »neuen Physik«.

Die Kernaussage der Quantenmechanik (wenn es denn so etwas überhaupt gibt) lautet: 

Ein quantenmechanisches System kann sich in einem Überlagerungszustand von verschiedenen Zuständen befinden, bis eine Messung oder Beobachtung durchgeführt wird. Es erlaubt einem System, gleichzeitig in mehreren Zuständen zu existieren.

Unser Universum ist ganz entschieden solch ein quantenmechanisches System! Ein System »voller Potenzialität«, wie Hans-Peter Dürr das nennt, der renommierte Kernphysiker und Träger des Alternativen Nobelpreises.

In solch einem System sind sich überlagernde Momente – mit anderen Worten: gleichzeitig existierende Zustände! – etwas vollkommen Normales. Schrödingers Katze lebt und ist zugleich tot, was davon zutrifft, wissen wir erst, wenn wir die Schachtel öffnen.

Vielleicht hat Michel de Notredame einst in die Schachtel schauen dürfen.

Plattling im Frühsommer 2023