Das Leben des Nostradamus

Nostradamus kam 1503 im französischen Saint Rémy de Provence zur Welt als Sohn bürgerlicher Eltern. Unter den klassisch gebildeten Gelehrten jener Zeit war es Mode, den eigenen Namen zu latinisieren: Aus Michel de Notredame (Michael von unserer lieben Frau) wurde Nostradamus.

Prophetische Erfolge erzielte er bereits zu Lebzeiten. So weissagte er die gewaltsamen Umstände des Todes seines Königs und Souveräns Heinrich II. Während eines Turniers durchbohrte die Lanze des Grafen Montgomery den Helm des Königs und drang ins Gehirn ein. Heinrich II. starb nach zehn qualvollen Tagen.

Umfassend gebildet

Seine umfassende antike Bildung erhielt Nostradamus von seinem Urgroßvater. Sie schloss neben den klassischen Sprachen Latein und Griechisch das Hebräische ein. Nostradamus erweiterte seine Kenntnisse entsprechend dem Studium des Dreiweges, also der Fächer Rhetorik, Grammatik und Logik. Bei einer Pestepidemie brach er diese Studien ab, nahm ein Wanderleben auf und wurde Apotheker.

Nostradamus studierte bei einem renommierten Humanisten seiner Zeit, beim Niederländer Scaliger, und nahm sein Wanderleben wieder auf. Immer wieder half er bei der Bekämpfung von ausbrechenden Epidemien – bei einer dieser Seuchen verlor er seine erste Familie, Frau und Kind. 

Durch geschickte Vermögensbildung, Investition und auch Spekulation wurde er wohlhabend. Seine zweite Frau, Anne Ponsarde, brachte Vermögen in die Ehe und schuf damit das wirtschaftliche Fundament für Nostradamus’ schriftstellerische Tätigkeit. Mit Anne Ponsarde hatte er drei Töchter und drei Söhne.

Berühmte Auftraggeberin

Die Frau des französischen Königs Heinrich, Katharina de Medici, war an seinen mittlerweile bekannten Schriften und Horoskopen durchaus interessiert und beauftragte ihn mit Horoskoperstellungen für ihre Familie; de Medici ernannte ihn nach dem Tod ihres Mannes (siehe oben) zum Leibarzt ihres Sohnes und Nachfolgers Karl IX. 

Nostradamus litt an Herz- und Nierenproblemen und starb mit 62 Jahren in seinem Wohnort in Salon de Provence am 2. Juli 1566.