Ein Name, vier Jahrhunderte: Wie Nostradamus im Vers IX,89 das Muster der „Philipps“ einfach erklärt

IX,89
Sept ans sera Philip. fortune prospère,
Rabaissera des Arabes l’effaict:
Puis son midi perplex rebours affaire,
Ieune ognion abismera son fort.
Übersetzung:
Sieben Jahre wird Philipp von Glück begünstigt sein,
er wird die Wirkung der Araber zurückdrängen:
dann wird sein Süden verworren und widrig handeln,
ein junger Sprössling wird seine Festung zu Fall bringen.
Nostradamus setzt hier gleich mehrere archetypische Linien:
- eine siebenjährige Blütezeit,
- die Schwächung einer arabisch-östlich konnotierten Macht,
- ein kompliziertes Südproblem,
- und den Untergang durch einen jüngeren Nachfolger.
Bemerkenswert: Der Name „Philipp“ zieht sich durch die Geschichte – von Philipp II. von Makedonien über Philippus Arabs bis hin zu Philipp II. von Spanien. IX,89 ist damit kein Einzelfall, sondern ein Paradigma, das in unterschiedlichen Jahrhunderten Gestalt annimmt: Die Vierzeiler spiegeln also keine Einzelereignisse, sondern sind Grundmuster spezifischer Geschehnisse, die sich durch die Menschheitsgeschichte hindurch wellenartig wiederholen, immer in anderen Varianten.