Der Vers hat in den bisherigen Teilen immer wieder dasselbe gezeigt: Küsten, Engstellen, Schiffe – und ein wiederkehrendes Motiv des Fehlsehens.
Doch erst in der letzten Zeile verdichtet sich alles:
„Nefs parfondrées et prins le Tridental.“ – Hier geht es nicht mehr nur um Zerstörung. Es geht um Eingriff.
Der Motivknoten des Fenchels/Thyrsosstabes
Der (Riesen)fenchel, Fennel evoziert mit seiner Form gerade die Insel Qeshm. Er ist ein in der Analyse wiederkehrendes Symbol für einen Thyrsosstab, der in der Antike oft aus Riesenfencheln gebastelt wurde; unter Vorgabe des Begriffes stabilisiert sich aus der vierten Zeile die Form:
ENTERPRENDRE STRAIT
Das wirkt zunächst wie ein Zufallsprodukt – ist es aber nicht. Denn es beschreibt exakt das, was in allen drei Ebenen geschieht:
- 1944 → Zugriff auf die Küste
- 2022 → Zugriff auf Grenzräume
- Gegenwart → Zugriff auf Engstellen wie Hormus
Der Krieg richtet sich nicht mehr primär gegen Territorium, sondern gegen Verbindungen.
Schiffe als Systemträger
Die „Nefs“ sind in diesem Licht mehr als Schiffe.
Sie stehen für:
- Energieflüsse
- Handel
- Versorgung
- globale Stabilität
Wenn sie „parfondrées“ sind, dann bedeutet das: Das System selbst wird getroffen.
Der sich herausstabilisierende Begriff SAID der Anagrammtafel weist auf Port Said im Suezkanal und die Vulnerabilität westlichen Wohlstandes aktuell oder bei einem kommenden Konflikt, bei dem der Suezkanal eine Schließung erfährt.
„Fennel Flop“ – das mögliche Scheitern
Neben dem Zugriff erscheint eine zweite, leisere Struktur: FLOP
Nicht als zentrale Aussage, sondern als Gegenpol. Sie beschreibt den Moment, in dem ein Eingriff:
- scheitert
- sich umkehrt
- oder nicht die erwartete Wirkung erzielt
Gerade in komplexen Systemen ist das entscheidend: Kleine Eingriffe können große Folgen haben –
aber auch völlig anders wirken als geplant.
Die stille Struktur der 62
Die Zahl des Verses tritt dabei nicht als Formel auf, sondern als Rhythmus.
Sie markiert:
- lange Aufbauphasen
- gefolgt von einem plötzlichen Umschlag
- an einem Punkt maximaler Verdichtung
Im aktuellen Kontext ist dies nicht nur der Hinweis auf die Wiederkehr der globalen Bedrohung wie 1962; es sind auch 62 Monate von der Inauguration von Joe Biden 1/21, unter welchem der Ukrainekrieg begann bis zum Beginn des Irankrieges. 62 Monate vor 1/21 griff Putin Ende 2015 in Syrien ein, stabilisierte Assad und die große Flüchtlingswelle begann.
Der eigentliche Kern: Wahrnehmung
Und damit schließt sich der Kreis zur dritten Zeile: „à Rome grand mal voir“:
Nicht der Mangel an Macht ist das Problem, sondern der Mangel an richtiger Wahrnehmung. Systeme greifen ein, ohne die Struktur vollständig zu verstehen. Kollateralschäden stellen sich immer wieder ein.
Quintessenz und Versuch einer Prognose
V,62 beschreibt: den Moment, in dem ein System versucht, Kontrolle auszuüben –
und dabei seine eigene Struktur verkennt. Die USA werden militärisch in die Strasse von Hormus eingreifen, Inseln besetzen, angedeutet durch die fenchel-/thyrsosartige Form der Insel Qeshm in der Strasse von Hormus. Sie werden aber geschädigt und schwach daraus hervorgehen. Der Kollateralschaden für die Welt, angedeutet in den „versenkten Schiffen“ wird, gerade im Westen, groß sein (Rom, Occident).
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